Die Masern beginnen mit einem einfachen Schnupfen, gefolgt von Husten und einer Bindehautentzündung der Augen. Nach einigen Tagen steigt das Fieber und ein Hautausschlag mit roten Flecken erscheint anfänglich im Gesicht und erstreckt sich nach und nach über den ganzen Körper. Auch ohne Komplikationen sind die Masern oft eine grosse Belastung für das Kind. Allgemeinzustand, Wohlbefinden und Energie sind für mindestens eine Woche stark eingeschränkt.

Enfant atteint de rougeole
Foto: Centers for Disease Control and Prevention

Masern verursachen auch eine Art Gedächtnisverlust des Immunsystems. Gedächtniszellen, die vorgängige Kontakte mit Infektionserregern speichern, werden zerstört. Dadurch werden Patienten wieder anfällig für Krankheiten, die sie bereits einmal durchgemacht hatten und gegen die sie immun waren.

Komplikationen bei Masern sind häufig und treten bei ungefähr einer von sechs Personen auf. Die häufigsten Komplikationen sind bakterielle Mittelohrinfektionen und Lungenentzündungen. Die schwerste Komplikation ist die Gehirnentzündung (sog. Enzephalitis). Sie kann schwere Schäden des Nervensystems zur Folge haben (siehe Video). Sie tritt in ca. 1 von 1'000 Masernfällen auf.

Die Zirkulation des Masernvirus ist eliminierbar, wenn mindestens 95% der Bevölkerung mit 2 Dosen des Maserimpfstoffs geimpft sind. Dies wurde in der Vergangenheit in verschiedenen Ländern bereits erreicht (z.B. skandinavische Länder). Jüngst wurde aber in vielen Ländern ein Rückgang der Impfraten beobachtet, was prompt zu zahlreichen Outbreaks, auch mit Todesfällen, geführt hat (z.B. Texas 2025). Dafür gibt es 2 Hauptgründe: Einerseits bewirkte COVID-19 Pandemie erschwerten Zugang zu Routineimpfungen und vermehrte Impfskepsis (siehe WHO-Bericht unten). Andererseits kam es neulich zu gesundheitspolitischen Veränderungen, durch welche die Schutzwirkung und die Sicherheit der Masernimpfung zu Unrecht und entgegen aller wissenschaftlichen Evidenz in Zweifel gezogen wurden (z.B. USA).

In der Schweiz liegt die Masern-Impfrate bei ca. 90%. Deshalb kommt es immer wieder zu Outbreaks. Die jährlich dem BAG gemeldeten Masernfälle beliefen sich in den letzten Jahren auf 50-200 Fälle (2019 und 2023-2025).

Dennoch besagen Schätzungen, dass es ohne Impfung in der Schweiz jedes Jahr zu 40 bis 70 Gehirnentzündungen und 15 bis 40 Todesfällen kommen würde.

Referenz: WHO - Progress towards measles elimination – worldwide, 2000–2024, https://iris.who.int/server/api/core/bitstreams/8c65dd54-ee98-4438-938c-e7114851f870/content.


Weitere Informationen:

Masern – Informationen Schweiz (BAG)

8-minütiges Video über Masern

PDF - FAQ Masern (2019)

 

Impfung gegen Masern

Der Masern-Impfstoff enthält abgeschwächte Viren. Er löst eine Immunantwort aus, ohne dass die Krankheit zum Ausbruch kommt. Er enthält kein Aluminium.

Die Impfung wird als Kombinationsimpfung mit Mumps und Röteln (MMR) oder auch zusätzlich mit Windpocken (MMR-V) durchgeführt. Es sind zwei Impfdosen erforderlich.

Seit Januar 2019 wird die Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln für alle Säuglinge mit 9 und 12 Monaten empfohlen (bei erhöhtem Erkrankungsrisiko bereits ab 6 Monaten). Seit Januar 2023 wird primär die Vierfachimpfung mit der zusätzlichen Windpockenkomponente (MMR-V) empfohlen.

Die Impfung wird ebenso allen nicht geimpften älteren Kindern und Erwachsenen empfohlen, die nach 1963 geboren wurden.

 

Es ist nie zu spät, eine oder mehrere Impfungen nachzuholen.

 

Schutzgrad der Impfung gegen Masern

Nach zwei Impfdosen beträgt die Wirksamkeit der Masern-Impfung mehr als 97%. Bei den meisten vollständig geimpften Personen hält der Schutz das ganze Leben an.

Personen, die auf die Impfung nicht ansprechen, laufen in jedem Alter Gefahr, an Masern zu erkranken. Sie könnten jedoch durch Herdenimmunität geschützt werden, wenn die Impfrate bei mindestens 95% läge und das Virus dadurch nicht mehr zirkulieren könnte.

 

Bekannte Nebenwirkungen des Masern-Impfstoffs

Die MMR-V-Impfung wurde im Hinblick auf die bestmögliche Wirksamkeit und Verträglichkeit entwickelt. Nach der Impfung tritt selten eine lokale Reaktion an der Einstichstelle auf.

Ungefähr eines von zehn Kindern reagiert mit Fieber. Manchmal (in 2 bis 4 von 100 Fällen) zeigen sich ein leichter Hautausschlag oder eine Schwellung der Speicheldrüsen (letztere wegen der Mumps-Komponente im Impfstoff). Falls diese Reaktionen auftreten, dann meist erst sieben bis zehn Tage nach der Impfung.

Sehr hohes Fieber kann bei Kleinkindern einen Fieberkrampf zur Folge haben (bei 1 von 3000 Kindern).

Bei einem von 30'000 geimpften Kindern hat die MMR-V-Impfung eine vorübergehende Senkung der Blutplättchen zur Folge, was wiederum mit einem erhöhten Blutungsrisiko verbunden ist (meist Hautblutungen), eine Komplikation, die viel seltener auftritt als nach einer natürlichen Masern- und Rötelninfektion.

Schwere Nebenwirkungen sind extrem selten (weniger als 1 pro Million). Andere Probleme nach diesen Impfungen wurden gemeldet, sind aber so selten (weniger als 1 auf 100'000 bis 1 Million), dass es sehr schwierig ist herauszufinden, ob die Impfung die Ursache ist oder nicht.

Die MMR-V-Impfung überlastet das Immunsystem nicht; sie erhöht auch nicht das Risiko für andere chronische Krankheiten (Allergien, Autismus, entzündliche oder Autoimmun-Krankheiten). 


Weitere Informationen:

PDF - Factsheet Windpocken (Varizellen)/ MMRV: Basisimpfung für Säuglinge (2023)

PDF - Anpassung der Empfehlungen zur Prävention von Masern, Mumps und Röteln (MMR) (2019)

Kantonales Durchimpfungsmonitoring Schweiz

PDF - Kann die Masern-Mumps-Röteln-Impfung Autismus auslösen? (2002)

Measles, Mumps, Rubella Vaccination and Autism: A Nationwide Cohort Study (Annals of Internal Medicine, 2019)