Starrkrampfbakterien (Clostridium tetani) kommen überal vor, insbesondere in der Erde oder im Strassenstaub. Bereits eine kleine, unbemerkte Verletzung kann zu einer Starrkrampf-Erkrankung führen.

Nouveau-né au corps raidi par le tétanos
Foto: Centers for Disease Control and Prevention

Die Bakterien bilden ein Gift, welches für die Krankheit verantwortlich ist. Es kommt zu schmerzhaften Muskelkrämpfen (siehe Video). Wird die Atemmuskulatur betroffen, führt diese Erkrankung trotz bester medizinischer Behandlung in rund 25% der Fälle zum Tode.

In der Schweiz zählt man nur noch 0 bis 2 Fälle jährlich, meistens bei älteren, nicht geimpften Personen, aber auch bei nicht geimpften Kindern.



Weitere Informationen:

PDF - Tetanus in der Schweiz, 1974–2007

Zahlen zu Infektionskrankheiten – Tetanus - Nombre de cas de tétanos

8-minütiges Video über Tetanus

 

Impfung gegen Tetanus

Der Tetanus-Impfstoff enthält das inaktivierte Gift oder Toxin der Tetanusbakterien. Seine Wirkung wird durch ein Aluminiumsalz unterstützt.

Der Impfstoff gegen Tetanus ist nur in kombinierter Form mit dem Impfstoff gegen Diphtherie erhältlich. Manchmal ist er auch noch mit den Impfstoffen gegen Kinderlähmung oder Keuchhusten oder beiden kombiniert. Schliesslich enthalten Kombinationsimpfstoffe für Säuglinge auch Impfstoffe gegen Hib und auf Wunsch gegen Hepatitis B. Dadurch können den Säuglingen Injektionen erspart werden, und gleichzeitig wird ein wirksamer Schutz vor mehreren Krankheiten erreicht.

Der Schutz durch die Tetanusimpfung hält nicht sehr lange an. Daher sind regelmässige Auffrischungsimpfungen erforderlich.

Die Impfung gegen Tetanus (Starrkrampf) wird empfohlen für

  • Säuglinge ab dem Alter von 2 Monaten.
  • Kinder (zwischen 15 und 24 Monaten und danach zwischen 4 bis 7 Jahren).
  • Adoleszenten (zwischen 11 und 13 Jahren).
  • Erwachsenen und Senioren (alle 20 Jahre für die Impfung im Alter zwischen 25 und 64 Jahren, danach alle 10 Jahre).

Regelmässige Nachimpfungen müssen durchgeführt werden, damit der Schutz erhalten bleibt.

carnet de vaccination électronique

Es ist nie zu spät eine oder mehrere Impfungen nachzuholen: Zögern Sie nicht Ihren Impfausweis überprüfen zu lassen. Sie können mit dieser Überprüfung sofort beginnen, wenn Sie einen elektronischen Impfausweis erstellen auf www.meineimpfungen.ch. Geben Sie Ihre persönlichen Daten ein und registrieren Sie die Impfstoffe, die Sie bisher erhalten haben. (Das kann auch DATAVAC für Sie erledigen.) Eine Experten-Software zeigt Ihnen mit roten Punkten automatisch die Krankheiten an, gegen die Sie noch nicht – oder nicht mehr – geschützt sind.

 

Schutzgrad der Impfung gegen Starrkrampf

Kombinationsimpfstoffe, die Tetanus-Impfstoff enthalten, gewährleisten einen Schutz von mindestens 98% vor Tetanus, soweit die letzte Auffrischung nicht zu lange zurückliegt.

 

Bekannte Nebenwirkungen des Starrkrampf-Impfstoffs

Bei grösseren Kindern und Erwachsenen: Der Tetanusimpfstoff in Kombination mit Diphtherie und eventuell anderen Antigenen ist gut verträglich. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Entzündung an der Einstichstelle (Rötung, Schmerzen).

Bei Säuglingen: Die Kombinationsimpfstoffe gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung und Hib-Meningitis (mit oder ohne Hepatitis B) wurden speziell für Säuglinge entwickelt.

Die Impfung führt bei etwa 5 bis 15% der Fälle zu vorübergehenden örtlichen Reaktionen (Rötung, Schwellung, Schmerzen an der Einstichstelle) oder allgemeinen Nebenwirkungen (z.B. Fieber, meist <39°C). Eine Schwellung des Armes kann vorübergehend auftreten. Diese Reaktionen treten im Allgemeinen in den ersten 24-48 Stunden nach der Impfung auf und klingen rasch und folgenlos wieder ab.

Wenn das Fieber sehr hoch ist, kann es einen Fieberkrampf auslösen. Aus diesem Grund ist es wichtig, nach der Impfung die Temperatur des Kindes zu kontrollieren.

Ungefähr 1 Säugling auf 1000 reagiert nach der Impfung mit stundenlangem Schreien.

Sehr selten kommt es bei Personen mit entsprechender Veranlagung (Allergie) zu Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Bestandteile des Impfstoffes, die sich als Rötung der Haut oder Juckreiz äussern. Ausgeprägtere Reaktionen bis hin zu Kreislaufschwäche sind extrem selten (weniger als 1 auf 1 Million).

Es wurden auch andere Probleme nach den Impfungen gemeldet. Sie sind ausserordentlich selten (1 auf 100'000 oder auf 1 Million). Entsprechend ist es schwierig, zu sagen, ob die Impfung die Ursache ist oder nicht.

Wichtig ist, dass die Impfstoffe das Immunsystem der Säuglinge nicht schwächen und dass sie das Risiko für Allergien oder andere Krankheiten im späteren Leben nicht erhöhen.


Weitere Informationen:

PDF - Fakten zur Tetanusimpfung (2015)

PDF - Optimierung der Auffrischimpfungen gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis (dT/dTpa) bei Erwachsenen (2011)