Die Grippe wird durch Influenza-A- und Influenza-B-Viren hervorgerufen.

Die ersten Grippesymptome sind Unwohlsein, Abgeschlagenheit, rasch ansteigendes Fieber, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, gefolgt von Appetitlosigkeit und Schwindelgefühl. Häufig wird auch über Augenbeschwerden, speziell beim Blick zur Seite, Lichtscheue sowie Tränenfluss und Augenbrennen berichtet.

grippe influenza 1918
Amerikanische Soldaten während der Spanischen Grippe von 1918.
Foto: National Museum of Health and Medicine, Licence Creative Commons

Im Verlauf der Grippeerkrankung können auch Symptome wie trockener Husten, Halsweh, Heiserkeit und laufende Nase stärker werden. Besonders bei Kindern stehen oft gastrointestinale Zeichen wie Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall im Vordergrund.

Das Fieber, das am leichtesten zu erkennende Symptom, steigt in den ersten 12 Stunden rasch auf Werte über 38°C an, mit Spitzen bis zu 41°C. Die Fieberphase dauert in der Regel 3 Tage, kann aber auch bis zu 8 Tage anhalten. Manchmal kommt es zu abklingenden und wiederkehrenden Fieberschüben, vor allem wenn fiebersenkende Arzneimittel (Antipyretika) eingenommen werden.

Die Genesungsphase dauert durchschnittlich 1 bis 2 Wochen, sie kann sich aber auch über mehrere Wochen erstrecken.

In der Schweiz suchen jeden Winter 100'000 bis über 300'000 Personen wegen einer grippeähnlichen Erkrankung eine Ärztin oder einen Arzt auf.

Inzidenz influenza
Quelle: BAG - Bulletin 32 (6.8.2018)

 

Das Risiko einer influenzabedingten Komplikation besteht grundsätzlich in jedem Fall, in bestimmten Risikogruppen ist es jedoch deutlich erhöht.

Am häufigsten treten primäre, viral bedingte sowie sekundäre, bakteriell bedingte Stirnhöhlenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündungen und Pseudokrupp auf. Aber auch Pleuritis, Myositis, Myokarditis und Perikarditis mit nachfolgender dilatativer Kardiomyopathie, Herzinfarkt sowie toxischer Schock können vorkommen und lebensbedrohlich sein. Möglich sind auch Meningitis, Enzephalitis, Myelitis und das Guillain-Barré-Syndrom.

Jedes Jahr in der Schweiz sterben über 400 Personen infolge einer Grippe in der Schweiz, bei schweren Epidemien sind es bis zu 1000. Zusätzlich sind zwischen 1000 und 5000 Hospitalisierungen pro Jahr auf eine Grippeerkrankung zurückzuführen.


Weitere Informationen:

Analyse der Influenza in der Schweiz

Saisonale Grippe – Lagebericht Schweiz

PDF - Bericht zur Grippesaison 2017/18

PDF - Saisonale Grippe: Antworten auf häufige Fragen von Fachpersonen (2018)

PDF - FAQ Saisonale Grippe (2018)

 

Grippeimpfung

Grippeimpfstoffe enthalten die Oberflächenproteine von 3 oder 4 Virenstämmen, die voraussichtlich im Winter in der Schweiz im Umlauf sind. Sie enthalten keine Aluminiumsalze.

Um wirksam zu bleiben, muss die Impfung jedes Jahr zwischen September und Dezember wiederholt werden, auch wenn sich die zirkulierenden Viren und Impfstoffe nicht ändern.

 

Empfehlungen für alle

Die Impfung bleibt die einfachste, wirksamste und sparsamste Vorbeugungsmassnahme, um sich selbst und sein Umfeld vor Grippe und ihren Komplikationen zu schützen. Die ideale Impfzeit ist von Mitte Oktober bis Mitte November.

 

Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Komplikationsrisiko

  • Personen im Alter von über 65 Jahren.
  • Personen (ab dem Alter von 6 Monaten) mit einer der folgenden chronischen Erkrankungen:
    o Herzerkrankung;
    o Lungenerkrankung (z.B. Asthma bronchiale);
    o Stoffwechselstörungen mit Auswirkung auf die Funktion von Herz, Lungen oder Nieren (z.B. Diabetes oder morbide Adipositas, BMI > =40);
    o neurologische (z.B. Parkinson, zerebrovaskuläre Erkrankung) oder muskuloskelettale Erkrankung mit Auswirkung auf die Funktion von Herz, Lungen oder Nieren;
    o Hepatopathie; Niereninsuffizienz;
    o Asplenie oder Funktionsstörung der Milz (inkl. Hämoglobinopathien);
    o Immundefizienz (z.B. HIV-Infektion, Krebs, immunsuppressive Therapie).
  • Schwangere Frauen ab dem 2. Drittel der Schwangerschaft und Frauen, die in den letzten 4 Wochen entbunden haben.
  • Frühgeborene (geboren vor der 33. Woche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g) ab dem Alter von 6 Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt.
  • Patientinnen und Patienten in Pflegeheimen und in Einrichtungen für Personen mit chronischen Erkrankungen.

 

Empfehlungen für Personen mit einem erhöhten Kontakt- und/oder Übertragungsrisiko

  • Das Medizinal- und Pflegepersonal und alle anderen Personen, die direkten Kontakt zu Patientinnen und Patienten haben, sei dies in Spitälern, Kliniken oder Arztpraxen, bei der Hauspflege, in Alters- und Pflegeheimen oder in Kurhäusern.
  • Erwachsene und Kinder, die nahen Kontakt haben zu Risikopersonen oder mit ihnen im gleichen Haushalt wohnen.

 

Schutzgrad der Impfung gegen Grippe

Die im Impfstoff enthaltenen Antigene entsprechen den im Umlauf befindlichen Viren. Die Impfung bietet gesunden Kindern und Erwachsenen in 70 bis 90% der Fälle einen wirksamen Schutz vor der Krankheit. Bei bestimmten Personen, die zu einer Risikogruppe gehören, und insbesondere bei älteren Menschen ist die Grippeimpfung weniger wirksam. Sie kann aber die Häufigkeit von Grippeerkrankungen und die Sterblichkeit durch Grippe um 40 bis 70% senken.

 

Bekannte Nebenwirkungen des Grippeimpfstoffs

Die Grippeimpfung ist sehr sicher. Ihre Wirkungen sind bekannt. Seit 1945 sind weltweit mehrere Milliarden Impfdosen verabreicht worden. Alle gegenwärtig in der Schweiz verwendeten Grippeimpfstoffe sind inaktiviert. Sie enthalten also keine infektiösen Viren, die eine Gruppe verursachen können, sondern nur die Antigene von drei momentan im Umlauf befindlichen Grippevirusstämmen (jeweils ein Stamm der Viren A/H1N1, A/H3N2 und Influenza B).

Die häufigste Nebenwirkung ist eine leichte lokale Reaktion an der Einstichstelle. Sie tritt bei 10 bis 40% der geimpften Personen auf und klingt nach wenigen Stunden oder maximal zwei Tagen ab. Bei 5 bis 10% der geimpften Personen treten allgemeine leichte Symptome wie Fieber, Übelkeit, Muskel-, Gelenk- und Kopfschmerzen sowie andere Grippesymptome auf.

Schwere allergische Reaktionen wie Angioödem, Asthma oder Anaphylaxie sind sehr selten (weniger als 1 von 10'000 geimpften Personen). Sie lassen sich im Allgemeinen durch eine Überempfindlichkeit gegen die Proteine des Hühnereis erklären. Unerwünschte neurologische Phänomene, z. B. ein Guillain-Barré-Syndrom, sind ebenfalls sehr selten.


Weitere Informationen:

Impfen gegen Grippe

PDF - Fakten Impfung Saisonale Grippe (2013)

PDF - Grippeschutz während der Schwangerschaft: Impfen macht Sinn (2017)

PDF - Faktenblatt: Grippeimpfung (2017)

 PDF - Grippe: Empfehlungen zur Grippeimpfung (2011)

 PDF - Empfehlung Grippeimpfung – Kurzfassung (2017)

 PDF - Grippe? Impfen macht Sinn. Eine Broschüre für Fachpersonen im Gesundheitswesen (2017)