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  • In der Schweiz verfügbare Impfstoffe

Der Schweizerische Impfplan (PDF) wird von der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF) – bestehend aus Fachpersonen aus verschiedenen medizinischen Bereichen – in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und Swissmedic ausgearbeitet. Er wird regelmässig basierend auf neuen Impfstoffen, neuen Erkenntnissen über deren Wirksamkeit und Sicherheit, Veränderungen der epidemiologischen Lage in der Schweiz und international, sowie der WHO-Empfehlungen überarbeitet und zu Jahresbeginn in aktualisierter Form herausgegeben. Er enthält Impfempfehlungen für jedes Alter, sowie zahlreiche weitere Impfindikationen und Informationen zu verfügbarem Informationsmaterial (z.B. Factsheets).

Der Impfplan ist in drei Kategorien von Impfempfehlungen gegliedert:

  • Basisimpfungen
  • Ergänzende Impfungen
  • Risikoimpfungen

Die formulierten Impfempfehlungen zielen auf einen optimalen Impfschutz der Bevölkerung (Basisimpfung) und jedes Einzelnen (ergänzende und Risikoimpfungen) ab. Eine Impfung wird nur empfohlen, wenn ihr Nutzen durch verhinderte Erkrankungen und deren Komplikationen die mit der Impfung verbundenen Risiken in jedem Fall um ein Vielfaches übersteigt. Grundlage der Entscheidungen von EKIF und BAG sind ein strukturierter Fragenkatalog und ein analytischer Bewertungsrahmen. 

Es ist nie zu spät, eine oder mehrere Impfungen nachzuholen: zögern Sie nicht, Ihren Impfausweis von einer Fachperson, die Sie beraten kann, überprüfen zu lassen.

Warum Empfehlungen?

Der potentielle Nutzen der Impfungen für die individuelle und die öffentliche Gesundheit wird von der EKIF in Zusammenarbeit mit dem BAG sorgfältig evaluiert. Zur systematischen Evaluation, ob eine Impfung empfohlen werden soll, folgen EKIF und BAG einem Fragekatalog, dem Analyserahmen. Alle darin definierten 12 Kriterien und Parameter müssen vor einer Entscheidung berücksichtigt und diskutiert werden.

Kriterien für die Evaluation neuer Impfstoffe zur Erarbeitung gesamtschweizerischer Empfehlungen
    1. Krankheitslast. Rechtfertigt die Krankheitslast die Abgabe einer Impfempfehlung ?

    2. Eigenschaften des Impfstoffs. Erlauben die Eigenschaften des Impfstoffs die Abgabe einer wirksamen Impfempfehlung ?

    3. Impfstrategie. Welches Ziel soll durch die Impfempfehlung erreicht werden ?

      a) Risikominderung bei Angehörigen von Risikogruppen

      b) Allgemeine Förderung der Informationsverbreitung und ergänzende Impfung

      c) Schutz der Gesamtbevölkerung durch eine generelle Impfung

    4. Kosten-Wirkungsverhältnis der Strategien. Ist das Kosten-Wirkungsverhältnis der Strategien akzeptabel und vergleichbar mit anderen Interventionen im Gesundheitsbereich?

    5. Akzeptanz der Empfehlung. Besteht eine erhöhte Nachfrage nach einer Impfempfehlung? Würde eine Impfempfehlung auf hohe Akzeptanz stossen?

    6. Umsetzbarkeit der Empfehlung. Lässt sich die Impfempfehlung umsetzen?

    7. Evaluationsfähigkeit der Empfehlung. Sind die verschiedenen Aspekte der Empfehlung evaluierbar?

    8. Offene Fragen. Gibt es wichtige offene Fragen, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?

    9. Zugangsgerechtigkeit der Empfehlung. Ist mit der Empfehlung ein gleichberechtigter Zugang zum Impfstoff für alle Zielgruppen gewährleistet?

    10. Rechtliche Erwägungen. Gibt es rechtliche Probleme, die einen Einfluss auf die Umsetzung der Empfehlung haben?

    11. Konformität der Empfehlung. Ist die geplante Empfehlung vereinbar mit andernorts bestehenden oder geplanten Empfehlungen?

    12. In Anbetracht all dieser Faktoren: welche dieser Strategien wäre die geeignetste ?
      (Risikogruppenimpfung, ergänzende Impfung, Basisimpfung, keine Impfempfehlung)
 

Die Beantwortung dieser Fragen ist ausschlaggebend dafür, ob eine Impfung empfohlen wird oder nicht, sowie für die Wahl des Impfstoffs 

Empfehlungen für Risikogruppen und -situationen

Im Schweizerischen Impfplan gibt die Tabelle 5 eine Übersicht, welche Impfungen in welcher Risikosituation zusätzlich zu den Basis- und ergänzenden Impfungen empfohlen sind. Ausführlichere Informationen zu den verschiedenen Impfungen finden sich im Kapitel 3.2 des Impfplans, worauf auch direkt aus der Tabelle 5 verwiesen wird.

pour les professionnels PDF - Empfohlene Impfungen für Risikopersonen nach erhöhtem Risiko für Komplikationen und invasive Erkrankungen (2026)

Spezifische, ausführlichere Impfempfehlungen zu verschiedenen Risikosituationen sind separat publiziert. Einige davon sind bereits älteren Datums und teilweise nicht mehr an die aktuelle Situation in Bezug auf Impfstoffe und Schemata angepasst. Diese werden nach und nach überarbeitet und aktualisiert. Zudem wurden auch neue, aktuelle Dokumente bereits publiziert.

pour les professionnels PDF - Impfprinzipien und Empfehlungen für erwachsene Personen mit neuroimmunologischen Erkrankungen (2026)

pour les professionnels PDF - Serologische Korrelate für impfverhütbare Krankheiten (2025) 

pour les professionnels PDF - Empfehlung zur Impfung von Personen mit malignen Erkrankungen und deren Haushaltskontakte (2022)

pour les professionnels PDF - Empfohlene Impfungen für Frauen vor, während und nach der Schwangerschaft (2020)

pour les professionnels PDF - Impfprinzipien und Empfehlungen für Personen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oder anderen gastroenterologischen (Auto-)Immunerkrankungen (2017)

pour les professionnels PDF - Prävention schwerer Infektionen bei anatomischer oder funktioneller Asplenie (2015)

pour les professionnels PDF - Impfprinzipien und Empfehlungen für Personen mit autoimmun-entzündlichen rheumatischen Erkrankungen (2014)

pour les professionnels PDF - Impfempfehlungen fur Personen vor und nach Transplantation (2014)

pour les professionnels PDF - Empfehlungen zur Impfung von Empfängerinnen und Empfängern von Blut-Stammzellen (2012)

Empfehlungen zu Krankheiten/Erregern

Empfehlungsdokumente zu den verschiedenen Krankheiten / Erregern finden Sie in der Rubrik «Impfungen nach Krankheiten geordnet».

Impfkalender und Kostenübernahme

Der Schweizer Impfplan (PDF) wird jeweils zu Jahresbeginn neu herausgegeben. Er enthält Impfempfehlungen für:

  • Säuglinge von 2-5 und 9 Monaten,
  • Kleinkinder von 12 Monaten und 12-18 Monaten,
  • Kinder von 4 bis 7 Jahren,
  • Adoleszente von 11 bis 15 Jahren,
  • Erwachsene von 25 und 45 Jahren,
  • Personen über 65 Jahre,
  • Personen mit erhöhtem Risiko für Komplikationen und invasive Erkrankungen sowie für Personen mit erhöhtem Expositions- und/oder Übertragungsrisiko.

PDF - Impfkalender Schweiz (2024)

In der Schweiz registrierte Impfstoffe - Webservice mit Informationen über Verfügbarkeit, Zulassung und Kostenübernahme

pour les professionnels PDF - Dokument zur Kostenübernahme von Impfungen (KLV Art. 12a Referenzdokument Prophylaktische Impfungen) (2026)

Basisimpfungen werden als unerlässlich für die individuelle und öffentliche Gesundheit eingestuft und müssen von der Ärzteschaft ihren Patientinnen und Patienten gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Impfplans empfohlen werden.

Diese Empfehlungen betreffen ausschliesslich wirksame und sichere Impfungen, die nachgewiesenermassen einen Nutzen für die individuelle und die öffentliche Gesundheit bringen.

Dazu gehören:

  • Impfungen, mit denen sich in der Schweiz jedes Jahr zahlreiche Fälle von schwerwiegenden übertragbaren Krankheiten, die bleibende Schäden oder den Tod zur Folge haben können, vermeiden lassen (z.B. Pertussis, Masern, Hepatitis B, Varizellen im Erwachsenenalter);
  • Impfungen, dank denen die Häufigkeit von schwerwiegenden übertragbaren Krankheiten, die früher in der Schweiz häufig waren und bei ungenügender Durchimpfung wieder auftreten können, sehr niedrig ist oder sogar bei null liegt (z.B. Diphtherie, Poliomyelitis, Röteln, Infektionen durch H. influenzae Typ b (Hib));
  • Impfungen zum Schutz vor potentiell schwerwiegenden übertragbaren Krankheiten, bei denen eine hohe Durchimpfung erforderlich ist, um eine Herdenimmunität zu erreichen und so Erkrankungen bei Personen zu vermeiden, bei denen eine Impfung aus Alters- (Fötus, Neugeborene) oder medizinsichen Gründen (schwangere Frauen, immunsupprimierte Personen) nicht möglich ist (z.B. Pertussis, Masern, Röteln, Mumps);
  • Impfungen gegen seltene aber schwerwiegende Krankheiten, für die keine alternativen Präventions- und/oder Behandlungsoptionen mit nachgewiesener Wirksamkeit existieren (z.B. Tetanus).

 

pour les professionnels PDF - Schweizerischer Impfplan 2026


Basisimpfungen Empfehlungen in der Schweiz

Diphtherie
Hepatitis B
H. influenzae b (Hib)
HPV
Keuchhusten
Kinderlähmung
Masern
Mumps
Pneumokokken (Kleinkinder)
Röteln
Tetanus
Windpocken
RSV (Säuglinge)

Die entsprechenden Impfungen bieten einen optimalen individuellen Schutz gegen klar definierte Risiken, und die Ärzteschaft hat ihre Patientinnen und Patienten darüber gemäss den Vorgaben des Schweizerischen Impfplans zu informieren.

Diese Empfehlungen betreffen ausschliesslich wirksame und sichere Impfungen, die zwar einen relativ geringen Nutzen für die öffentliche Gesundheit bringen, aber von beachtlichem Nutzen für die individuelle Gesundheit sein können.

  • Impfungen, mit denen sich in der Schweiz jedes Jahr eine beschränkte Anzahl schwerwiegender Fälle von übertragbaren Krankheiten vermeiden lassen (z.B. invasive Meningokokken- und Pneumokokken-Infektionen bei Kindern).
  • Impfungen, mit denen sich in der Schweiz jedes Jahr eine grosse Anzahl von Krankheitsfällen vermeiden lassen, die für Personen ohne identifizierbare Risikofaktoren keine Gefahr für schwere Komplikationen oder bleibende Schäden darstellen (z.B. Pneumokokken-Pneumonie bei Kindern).
  • Impfungen gegen Krankheiten, die manchmal schwerwiegend verlaufen, für die es aber alternative Präventions- und/oder Behandlungsoptionen gibt mit mindestens teilweise nachgewiesener Wirksamkeit.
  • Impfungen gegen Krankheiten, für die, unabhängig vom Schaden- oder Komplikationsrisiko, keine alternativen Präventions- und/oder Behandlungsoptionen existieren.

Empfehlungen zu ergänzenden Impfungen in der Schweiz

HPV (für junge Menschen zwischen 20 und 26 Jahren)
Meningokokken (gegen Meningokokken der Serogruppen B und ACWY für Säuglinge und Jugendliche)
Pneumokokken (für Personen ab 65 Jahren, die nicht gegen Pneumokokken geimpft sind oder nur mit Pneumovax® geimpft wurden)
Rotavirus
Gürtelrose - Herpes zoster
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