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Impfungen von Frühgeborenen

Frühgeborene sind besonders anfällig für Infektionen, von denen sich einige durch eine Impfung verhindern lassen.

Diese Anfälligkeit hängt im Wesentlichen mit den geringen Antikörpertitern bei Geburt und der raschen Abnahme der von der Mutter übertragenen Antikörper ab.

Frühgeborene haben ein erhöhtes Risiko durch Keushhusten/Pertussis, von Erkrankungen durch Pneumokokken, Haemophilus influenzae Typ b, sowie Influenza (Verdacht trotz geringer Evidenz). Wegen dem vorzeitigen Verschwinden der mütterlichen Antikörper können Masern und Windpocken früher auftreten.

Diese frühgeborene Kinder benötigen daher einen möglichst frühen Impfschutz.

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Mitgliedern der EKIF, der Schweizerischen Gesellschaften für Neonatologie und Pädiatrie und des BAG, hat bestatigt, dass es gerechtfertigt ist, für Kinder, die vor der 33. Gestationswoche oder mit einem Geburtsgewicht von <1500 g geboren werden, einen gestrafften Impfplan zu empfehlen. Dieser Impfplan wird ergänzt durch spezifische Empfehlungen für die Familienangehörigen.

Impfungen von Frühgeborenen :
  • im Alter von 2, 3 und 4 Monaten: Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis und Haemophilus influenzae Typ b (+/- Hepatitis B) und Impfung gegen Pneumokokken (3 Dosen eines konjugierten Impfstoffs)
  • ab dem Alter von 6 Monaten (in den ersten zwei Wintern) : Impfung gegen Influenza
  • im Alter von 9 Monaten: Masern-Mumps-Röteln-Impfung  (MMR)
  • mit 12 Monaten : zweite Dosis MMR und Pneumokokken Auffrischimpfung
  • mit 15 Monaten : Diphherie-Tetanus-Pertussis-Polio-Hib (+- Hepatitis B) Auffrischimpfung, und ergänzende Impfung gegen Meningokokken der Gruppe C, falls diese als wichtig beurteilt wird.

In den ersten Lebensmonaten beruht der Schutz der Frühgeborenen in erster Linie auf der Verhinderung von Ansteckungen. Neben den grundlegenden Hygieneregeln (Händewaschen usw.) lässt sich das Expositionsrisiko bei Frühgeborenen mit gewissen Impfungen erheblich senken, die vor oder direkt nach der Geburt bei den Eltern und Geschwistern durchzuführen sind.

Impfempfehlungen für das Umfeld von Frühgeborenen

  • Pertussis: Aktualisierung (Nachholimpfung) des Impfschutzes der Geschwister <16 Jahren.   Allenfalls Auffrischimpfung bei den Eltern (wird gegenwärtig evaluiert).
  • Haemophilus influenzae Typ b: Aktualisierung (Nachholimpfung) des Impfschutzes der Geschwister   <5 Jahren.
  • Pneumokokken: Aktualisierung (Nachholimpfung) des Impfschutzes der Geschwister <2 Jahren.
  • Grippe: Impfung des   familiären Umfelds und des beteiligten Medizinalpersonals (erste zwei   Winter).
  • Masern, Mumps und Röteln: Aktualisierung (Nachholimpfung) des Impfschutzes des gesamten familiären Umfelds.
  • Varizellen: Aktualisierung (Nachholimpfung) des Impfschutzes des gesamten familiären Umfelds.

 

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prof1 Impfung von Frühgeborenen